La Masia, die Nachwuchsakademie des FC Barcelona, zu Deutsch „Landhaus“, steht seit den späten 1970er Jahren für eine der besten Nachwuchsakademien im Vereinsfußball. Die vom legendären holländischen Spieler und Trainer Johan Cruyff ausgegebene Philosophie des gepflegten Kurzpassspiels mit einem hohen Ballbesitzanteil scheint aber nicht mehr gewünscht zu sein. Schnelligkeit und damit auch Kraft sind eher die neuen Eigenschaften im Weltfußball. Körperliche Stärke und hohes Spieltempo scheinen hervorragende Technik abzulösen.

Der Philosophiewechsel ist in den letzten Jahren eng mit zwei Trainern des FC Barcelona verbunden.

Pep Guardioala

Der Katalane, der einst selbst La Masia durchlaufen hatte und elf Jahre beim FC Barcelona als Spieler aktiv war, übernahm dort von 2008 bis 2012 das Traineramt. Dies war die bisher erfolgreichste Ära des Vereins, 14 von 19 möglichen Titeln wurden national und international gewonnen. Wohl auch durch eine Mannschaft, die von Spielern geprägt war, die die Philosophie des Kurzpassspiels von klein auf verinnerlichten.

Die erfolgreiche Ära des Tiki-Taka übertrug sich durch Barça-Spieler wie Iniesta, Xavi, Piquet oder Busquets auch auf die spanische Nationalmannschaft, die in den Jahren 2008 und 2010 Europameister wurde und 2010 Weltmeister.

In der Zwischenzeit hatten sich zahlreiche Vereine und auch Nationalteams an diese Spielart gewöhnt, verstärkten ihre Abwehrreihen und setzten auf Kontermöglichkeiten durch schnelle Spieler.

Luis Enrique

Der aktuelle Trainer, ebenfalls acht Jahre lang als Barça-Profi aktiv, übernahm 2014 die Katalanen und konnte zwar in seiner ersten Saison noch das Triple gewinnen, dann hatten allerdings immer mehr Profis aus der glorreichen Zeit ihren Zenit überschritten oder beendeten ihre aktive Karriere. Dies hatte zur Folge, dass man zwar national noch die Nummer eins blieb, aber international zuletzt dreimal in Folge im Viertelfinale der Champions-League ausschied.

Für einen Trainer, besonders bei einem Spitzenklub, sind eben kurzfristige Erfolge immer wichtiger und so setzte Enrique zuletzt nicht mehr auf hochtalentierte Talente aus dem eigenen Nachwuchs, sondern kaufte Spieler am Transfermarkt, die den neuen Herausforderungen eher entsprachen.